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Agentur & Zusammenarbeit 3 Min. Lesezeit

Woran du eine gute Performance-Agentur erkennst

Zwölf Fragen, die im Erstgespräch mehr verraten als jede Referenzliste – und fünf Warnsignale, bei denen du besser weitersuchst.

Porträt von Niklas König Niklas König Gründer & Performance-Marketing-Berater
Niklas König am Schreibtisch beim Auswerten eines Werbekontos
Inhalt
  1. Zwölf Fragen für das Erstgespräch
  2. Fünf Warnsignale
  3. Was du selbst mitbringen solltest
  4. Der einfachste Test

Die Auswahl einer Agentur ist eine Entscheidung unter Unsicherheit: Du kaufst eine Leistung, die du fachlich nicht vollständig beurteilen kannst, von jemandem, der genau darin geübt ist, sie gut aussehen zu lassen. Referenzen helfen wenig – die schlechten stehen nie auf der Website.

Was hilft, sind Fragen, deren Antworten schwer zu fälschen sind. Hier sind die, die ich stellen würde. Auch bei mir.

Zwölf Fragen für das Erstgespräch

1. Welche Zahl schlagt ihr mir als Erfolgsmaßstab vor? Gute Antwort: Kosten pro gewonnenem Kunde, im Verhältnis zum Deckungsbeitrag. Schlechte Antwort: Reichweite, Impressionen, „Markenaufbau” als Hauptargument bei einem Leadgenerierungs-Auftrag.

2. Was müsst ihr über mein Geschäft wissen, bevor ihr ein Angebot macht? Wer ohne Rückfragen zu Marge, Abschlussquote und Vertriebskapazität ein Angebot schickt, verkauft ein Paket, keine Lösung.

3. Wie messt ihr, ob ein Lead zum Kunden wurde? Die Antwort muss serverseitiges Tracking und eine Rückmeldung echter Abschlüsse an die Plattform enthalten. Wenn nur von Plattform-Dashboards die Rede ist, wird im Blindflug optimiert.

4. Wem gehören Werbekonto, Pixel und Creatives? Einzig akzeptable Antwort: dir. Alles andere ist eine eingebaute Wechselhürde.

5. Wer arbeitet tatsächlich an meinem Konto? Im Erstgespräch sitzt oft der Erfahrenste. Frage nach Namen und Erfahrung der Person, die täglich im Konto ist – und ob du direkt mit ihr sprechen kannst.

6. Wie viele Kunden betreut diese Person parallel? Über zehn aktive Konten pro Person ist Verwaltung, keine Optimierung.

7. Was passiert in den ersten 30 Tagen – konkret? Eine gute Antwort ist eine Reihenfolge mit Begründung. Eine schlechte ist „Setup, Launch, Optimierung”.

8. Zeigt mir einen Fall, der nicht funktioniert hat. Die aufschlussreichste Frage überhaupt. Wer nach Jahren im Geschäft keinen gescheiterten Fall benennen kann, erzählt nicht die ganze Geschichte. Gute Antworten enthalten eine Ursache und eine Konsequenz.

9. Woran würdet ihr merken, dass ihr der falsche Partner für mich seid? Wer darauf keine Antwort hat, hat nie darüber nachgedacht – oder sagt nie ab.

10. Wie sieht euer Reporting aus, und wie oft? Bitte um ein anonymisiertes Beispiel. Ein Report, den du nicht in fünf Minuten verstehst, wurde nicht für dich geschrieben.

11. Was kostet der Ausstieg? Kündigungsfrist, Datenübergabe, Zugriffsrechte. Das klärt man am Anfang, nicht im Streitfall.

12. Was erwartet ihr von mir? Eine gute Agentur hat klare Erwartungen: Reaktionszeit auf Leads, Freigabeprozesse, Zugang zu Vertriebszahlen. Wer nichts erwartet, plant nicht mit dir, sondern neben dir.

Fünf Warnsignale

Garantierte Ergebnisse. „30 Termine im Monat garantiert” bedeutet in der Praxis: Termine im Sinne einer sehr großzügigen Definition. Garantien gehören auf Leistungen, nicht auf Ergebnisse.

Prozentuale Vergütung auf das Werbebudget. Das setzt den falschen Anreiz: Die Agentur verdient mehr, wenn du mehr ausgibst – unabhängig davon, ob es sich lohnt.

Keine Absage-Kultur. Wenn jeder Interessent passt, ist Passung kein Kriterium.

Fokus auf Vanity-Zahlen. Reichweite, Impressionen und Klickpreise sind Zwischenstände. Wer sie zur Hauptbotschaft macht, hat meist keine besseren.

Der Vertrag kommt vor der Diagnose. Wer nach 20 Minuten ein Angebot schickt, ohne Zahlen gesehen zu haben, verkauft ein Paket.

Was du selbst mitbringen solltest

Die Frage geht in beide Richtungen. Eine Zusammenarbeit funktioniert schlecht, wenn auf deiner Seite Folgendes fehlt:

  • Ein Angebot, das trägt. Bezahlte Werbung verstärkt, was da ist. Ist der Deckungsbeitrag zu dünn, verstärkt sie ein Verlustgeschäft.
  • Kapazität im Nachfassen. Leads, die drei Tage liegen, sind verbranntes Geld. Kein Werbekonto der Welt gleicht das aus.
  • Zugang zu echten Zahlen. Wer der Agentur die Abschlussquoten nicht zeigt, bekommt Optimierung auf Formularabsendungen – mehr geht dann nicht.
  • Geduld für 8 bis 12 Wochen. Vorher ist jede Zahl statistisch Rauschen.

Der einfachste Test

Stell im Erstgespräch eine Frage, deren Antwort dir nicht gefällt – etwa: „Was würden Sie tun, wenn nach drei Monaten nichts passiert ist?”

Wer dann ausweicht, wird auch im dritten Monat ausweichen. Wer sagt: „Dann liegt es an einer von drei Stellen, und wir schauen sie in dieser Reihenfolge an – und wenn keine davon greift, beenden wir das”, ist der Partner, den du suchst.

Wie ich arbeite, steht ohne Beschönigung in der Methode. Und wenn du das Gespräch führen willst, in dem ich diese zwölf Fragen selbst beantworte: 15 Minuten reichen dafür.

Häufige Fragen

Sollte eine Agentur eine Erfolgsgarantie geben?

Garantien auf Ergebnisse sind unseriös, weil zu viele Faktoren außerhalb des Werbekontos liegen – Angebot, Preis, Vertrieb, Wettbewerb. Seriös sind Garantien auf Leistungen: definierte Testanzahl, Reaktionszeiten, Reportingrhythmus. Wer Kunden garantiert, garantiert entweder Kleingedrucktes oder rechnet mit deiner Nachlässigkeit.

Wem sollten Werbekonto und Daten gehören?

Immer dir. Werbekonto, Pixel, Zielgruppen, Landingpages und Creatives sollten auf deinen Accounts laufen und im Vertrag als dein Eigentum benannt sein. Läuft alles über Agenturkonten, verlierst du beim Wechsel deine gesamte Datenhistorie – und damit einen realen Vermögenswert.

Sind lange Vertragslaufzeiten ein schlechtes Zeichen?

Nicht grundsätzlich – Aufbauarbeit braucht Zeit, drei Monate Mindestlaufzeit sind fair. Kritisch wird es bei zwölf Monaten ohne Ausstiegsklausel und ohne definierte Leistungen. Die Frage ist nicht die Dauer, sondern ob im Vertrag steht, was die Agentur in dieser Zeit konkret liefert.

Nächster Schritt

Von der Theorie in dein Konto

Wenn du wissen willst, wie das konkret bei dir aussieht: 15 Minuten, kein Pitch.

  • 15 Minuten
  • Unverbindlich
  • Konkrete Einschätzung