156 Anfragen und 6 neue Klientinnen aus 600 € Werbebudget
Body & Mindfuelness hatte Reichweite, aber keinen Weg von der Aufmerksamkeit zur Buchung. Ein Quiz, eine Landingpage, sechs Wochen – und 100 € Werbekosten pro gewonnener Klientin.
- Kunde
- Body & Mindfuelness – Online-Coaching
- Zeitraum
- 6 Wochen, Frühjahr 2026
- Leistungen
- Meta Ads, Funnel & Landingpages
Ausgangslage
Alice Kollmann berät Frauen zu Zyklus, Ernährung und Training. Sichtbarkeit war nie ihr Problem: Sie postet regelmäßig, hat eine treue Community und wird in ihrer Nische wahrgenommen.
Was fehlte, war der Weg dazwischen. Zwischen „findet den Inhalt gut” und „bucht eine Begleitung” gab es keine Strecke – nur den Sprung von einem Beitrag direkt in eine DM. Wer nicht von selbst schrieb, war weg. Neukundinnen kamen, aber unregelmäßig und ohne dass sich vorhersagen ließ, wie viele es im nächsten Monat sein würden.
Das Budget für den Test: 600 € über sechs Wochen. Genug, um etwas zu lernen – zu wenig, um viel auszuprobieren.
Was die Analyse ergab
Zwei Dinge fielen sofort auf.
Erstens gab es keinen Grund, eine E-Mail-Adresse zu hinterlassen. Es existierte kein Einstieg, der für sich allein einen Wert hatte – nur das Hauptangebot, für das man sich direkt entscheiden musste.
Zweitens war das Thema stärker als jedes Werbeversprechen. Frauen, die ihren Zyklus mit Ernährung und Training in Verbindung bringen, haben eine sehr konkrete Frage im Kopf: Was davon gilt eigentlich für mich? Genau diese Frage ließ sich beantworten, bevor überhaupt über Geld gesprochen wird.
Daraus wurde der Ansatz: kein Rabatt, kein kostenloses Erstgespräch, sondern eine Antwort.
Vorgehen
Ein Quiz statt eines Formulars. Eine Handvoll gezielter Fragen zu Zyklus und Ernährung, am Ende eine persönliche Auswertung. Die E-Mail-Adresse wird nicht erbeten, sie ist der Weg zum eigenen Ergebnis. Für die Teilnehmerin ist das kein Preis, sondern der nächste logische Schritt.
Eine Landingpage. Nicht drei. Anzeige, Quiz und Auswertung folgen demselben Versprechen. Jeder zusätzliche Zwischenschritt hätte Reibung erzeugt, ohne etwas zu klären.
Bewusst wenige Fragen. Der stärkste Hebel im ganzen Aufbau war das Weglassen. Jede zusätzliche Frage kostet Abschlüsse im Quiz, und jede Frage, die nichts an der Auswertung ändert, ist eine Frage zu viel. Was blieb, waren die Fragen, deren Antworten die Empfehlung tatsächlich verändern.
Anzeigen auf das Quiz, nicht auf das Angebot. Beworben wurde die Auswertung, nicht die Zusammenarbeit. Das senkt die Hemmschwelle beim Klick – und sortiert trotzdem vor, weil sich nur Frauen durchklicken, die das Thema wirklich beschäftigt.
Ergebnis nach sechs Wochen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Werbebudget gesamt | 600 € |
| Generierte Anfragen | 156 |
| Kosten pro Anfrage | rund 3,85 € |
| Erste gewonnene Klientin | nach 2 Wochen |
| Klientinnen nach 4 Wochen | 3 |
| Klientinnen nach 6 Wochen | 6 |
| Werbekosten pro Klientin | rund 100 € |
| Wert einer Klientin | 1.800 € |
| Umsatz aus 6 Klientinnen | 10.800 € |
| Zuwachs Newsletter-Verteiler | über 150 % |
Die 156 Anfragen sind dabei nicht die eigentliche Zahl. Entscheidend ist, dass daraus tatsächlich Kundinnen wurden: sechs Buchungen bei 600 € Einsatz bedeuten rund 100 € Werbekosten pro gewonnener Klientin. Bei einem Wert von 1.800 € je Begleitung stehen dem Werbebudget von 600 € damit 10.800 € Umsatz gegenüber.
Der Newsletter-Verteiler ist der Teil, der über den Testzeitraum hinaus wirkt: Über 150 % mehr Empfängerinnen, die alle aus einem inhaltlichen Einstieg kommen und nicht aus einem Gewinnspiel.
Was ich daraus mitnehme
Der Funnel war an einem Nachmittag gebaut. Das ist nicht kokettiert, sondern der eigentliche Punkt: Die Arbeit steckte in der Entscheidung, was nicht hineinkommt.
Bei vielen Coaches läuft es andersherum: Der Funnel wird komplizierter, weil sich mehr Aufwand nach mehr Ergebnis anfühlt. Mehr Fragen, mehr Seiten, mehr Automationen. Jeder dieser Schritte kostet Anfragen, die sonst zustande gekommen wären.
Wenn du dir eine Zahl aus diesem Fall mitnimmst, dann nicht die 156. Nimm die 600 €. Ein funktionierender Einstieg braucht kein Budget, sondern eine Frage, die deine Zielgruppe ohnehin im Kopf hat.
Wie sich Kosten pro Anfrage und Kosten pro Kunde auseinanderentwickeln können, steht in CPL, CAC und ROAS. Warum Anzeigen ohne diese Strecke verpuffen, in Ads ohne Funnel.
„Ich hätte nie gedacht, dass das so gut funktioniert."